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Wolfram & Hart

Falls Sie es noch nicht wussten: Wolfram & Hart hat eine Zweigstelle in Deutschland. Hier nennen die sich Waldorf und haben ihren Firmensitz in München. Jetzt haben die mir einen netten Brief geschrieben. Ich hätte illegalerweise Hörbücher über eine Tauschbörse im Internet verbreitet. Man sei bereit, dies als einmaliges Versehen zu werten und von einer Klage (mit immensem Streitwert … und das sei noch niedrig gerechnet … bla bla bla) abzusehen, wenn ich sofort (Frist kleiner einer Woche) meine Seele per Unterschrift in Blut zur freien Verfügung stelle (okay, eine Unterlassungserklärung unterzeichne, aber das Prinzip ist schon ähnlich …) und außerdem die geringfügige Schadensersatzzahlung von 100 € (okay) und die geradezu infinitisimal kleine Anwaltsgebühr von 506 € (wie bitte?) überweise. Einen Überweisungsträger haben sie freundlicherweise gleich mitgeschickt. Außerdem die beruhigende Kopie von der Staatsanwaltschaft, dass das Ermittlungsverfahren in dieser Sache eingestellt wurde.

Oh, da lief ein Ermittlungsverfahren gegen mich? Das war mir nicht bewusst. Oh, nee, halt, das Ermittlungsverfahren lief gegen unbekannt. Und wurde eingestellt. Warum kommen die denn dann auf mich?

Irgendwie mutet das ganze ein bisschen an wie eine räuberische Erpressung. Da wird mit Pest, Cholera, dem Verlust der Ehre und lebenslanger Verschuldung gedroht, wenn man nicht sofort tut, was die wollen. Das ganze übrigens nicht etwa per Einschreiben oder so, sondern auf dem normalen Postweg. Was wäre denn, wenn ich jetzt ein paar Tage im Urlaub gewesen wäre oder so? Dann wäre die Frist verstrichen gewesen, ohne dass ich auch nur eine Chance gehabt hätte, dem Deal zuzustimmen.

Das deutsche Rechtssystem scheint mir hier ein bisschen … wie formuliere ich es diplomatisch? … unzureichend. Offenbar ist dieses Anwaltsbüro nämlich nicht, wie man nach Lesen des Anschreibens meinen könnte, vom entsprechenden Hörverlag beauftragt, sondern mahnt erst mal vorsorglich ab. Die Höhe der Anwaltsgebühren scheinen auch recht willkürlich festgesetzt zu sein. Das Zusammentragen der Daten und Verfassen des Schreibens hat wahrscheinlich einen schlechtbezahlten Praktikante oder eine studentische Aushilfe so um die zwei Stunden beschäftig. Das macht dann einen Stundenlohn von … warum noch mal habe ich nicht Jura studiert?

Ich fühle mich so ein bisschen ins Knie gefickt hier! Hallo! Seht ihr die Gewalt, auf die sich das System stützt? Hilfe! Hilfe! Ich werde unterdrückt! Wer noch nie irgendwelche Medien zum Eigengebrauch in der rechtlichen Grauzone kopiert hat, werfe den ersten Stein, selbst wenn irgendjemand Jehova sagt.

Gefunden habe ich das Schreiben übrigens gestern Nacht um halb drei, nachdem ich zu Fuß vom Cineplex nach Hause gelaufen bin (50 Minuten und drei Blasen unter den Füßen). Soviel zu ruhigem Nachtschlaf, den ich mir eigentlich glaubte, verdient zu haben. Manchmal ist die Welt einfach nicht fair.

Nein, ich weiß noch nicht, ob ich jetzt zahle und unterschreibe. Meine Anwälte arbeiten an dem Fall Aber doof ist es schon.
9.12.07 13:08
 



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