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Jedis brauchen keinen Sturzhelm

Da das Fernsehprogramm mal wieder grottig war und ich sonst nix zu tun hatte, habe ich heute das getan, wovon ich eigentlich absehen wollte. Ich habe Star Wars Episode III geguckt. Für so einen alten StarWars Fan wie mich ist das ja echt nicht ganz schmerzfrei.

Das geht schon im Vorspann los. Kanzler Palpatine ist entführt worden und Obi-Wan und Anakin brechen zu einer heldigen Rettungsaktion auf. "Hey", will man ihnen zurufen, noch bevor der Film richtig angefangen hat, "rettet den nicht. Der ist böse." Schließlich weiß man ja, wie es kommen muss. Und das ist auch das Hauptproblem bei dem Film. Man weiß einfach von Anfang an, was passieren muss. Zumindest, wenn man Episode Iv bis VI von frühester Jugend an kennt.

Es wäre mal interessant, zu beobachten, wie jemand die Filme erlebt, der wirklich mit Episode I anfängt zu gucken und vorher gar nichts über die alten Filme weiß. Obwohl, der wird natürlich um einen der geilsten Offenbarungsmomente der Filmgeschichte betrogen: "Luke, ich bin dein Vater"

Die ersten Minuten des Films kommen dann unglaublich künstlich digital daher. Ja, hübsch, ihr könnt Raumschiffe rendern. Aber ich wollte doch keinen Animationsfilm gucken, sondern Star Wars. Kampfpiloten tragen übrigens bei Star Wars, wie im wirklichen Leben, einen Helm. Außer sie sind Jedi. Dann sind sie scheinbar von der Helmpflicht befreit. Zumindest ist das bei Obi-Wan und Anakin so. Das ist schade. Dann sieht man schon auf den ersten Blick, dass Anakin die gleiche schäbige Frisur hat wie Luke in den späteren Filmen.

Überhaupt scheint George Lucas wiedereinmal darauf gebaut zu haben, dass das, was einmal beim Publikum gut ankam, auch beim zweiten Mal nicht falsch sein kann. Da werden ganze Szenen recycled. Da muss R2D2 diesmal keinen Müllschlucker anhalten, sondern einen Aufzug. Wie kreativ. Zugelegt wurde eher bei der Technik. Kampfroboter sind cool. Man fragt sich, warum die dann vom Imperium scheinbar wieder abgeschafft wurden und die später lieber mit menschlichen Strumtrupplern in weißen Plastikuniformen rumlaufen. Kampfroboter sind also cool, aber Jedi natürlich noch viel cooler. Damit das unmissverständlich klar wird, fliegt da von anfang an ziemlich viel zergehacktes Metall durch die Gegend.

Auch R2 kann mit ein paar Gimmicks aufwarten, die er später wohl eingebüßt hat. Seit wann hat der zum Beispiel einen kleinen zuschaltbaren Raketenantrieb?

Ausgesprochen nervtötend ist die jugendliche Überheblichkeit unserer beiden Protagonisten. "Sith Lords sind meine Spezialität"? Also wirklich. Bei so viel unangemessenem Bravado gönnt man es den Jedi ja geradezu, dass sie ausgerottet werden.

Okay, Georgie, das mit der abgehackten Hand, das war einmal witzig. Eventuell auch noch ein zweites Mal als Retourkutsche. Aber dieser inflationäre Gebrauch von durch die Gegend fliegenden Händen ist echt schon Spaceballs-verdächtig. Könnte nicht auch mal wer auf die Beine oder den Kopf zielen?

Dann Auftritt Leia. Oh, nein, Verzeihung, Patme. Muss an den Haaren liegen. Jetzt wissen wir wenigstens, wo die Prinzessin ihren unmöglichen Frisurengeschmack her hat.

Als ich das erste Mal mit einer Videobearbeitungssoftware gespielt habe, habe ich voller Freude die vielen lustigen Szenenüberblendungen ausprobiert, die man damit machen kann. Scheinbar wurde Star Wars III auch von jemandem geschnitten, der das erste Mal mit einer Schnittsoftware spielen durfte. Man hätte damit bestimmt auch ein oder zwei schöne Effekte machen können. So wirkte es völlig willkürlich.

Wookies sind cool. Sparsam eingesetzt. In großen Horden wirken sie ähnlich niedlich plüschelig wie Ewoks. Und musste es wirklich Chewbacca sein?

Kanzler Palpatine ist übrigens böse. Erwähnte ich das eigentlich schon? Nach zweieinhalb Filmen haben es dann endlich auch die tollen Jedi gemerkt. Ich meine, nicht, dass die sonst nicht immer schon eine Erschütterung in der Macht spüren, wenn am anderen Ende des Universums ein Sith-Lord furzt. Und da läuft so ein Typ tagtäglich in Coruscant rum und die merken nix? Schwaches Bild. Der Einzige, der es natürlich nicht merkt, ist, wer hätte das gedacht, Anakin Skywalker, Hoffnung der Menschheit und mit dem höchsten Medichlorian-Count aller Zeiten ausgestattet. Ein bisschen mehr IQ hätte vielleicht besser getan, Prophezeiung hin oder her.

Ich war nach eineinhalb Stunden so genervt von dem Film, dass ich ihn fast nicht zuende geguckt hätte. Dann wurde Anakin aber endlich Darth Vader und von da an gings. Da gab es ein paar richtig fiese Szenen, in denen zuerst die nichtsahnenden Jedi hinterrücks von ihren eigenen Leuten erschossen wurden und dann hat Darth Vader auch noch eigenhändig den Jedinachwuchs abgemetzelt. Das war übrigens sehr schön in Szene gesetzt, weil einfach genau im richtigen Moment weggeblendet wurde. Diese Erkenntnis, dass man nicht alles zeigen muss, sondern dass der beste Film im Kopf des Zuschauers abläuft, findet man im heutigen Hollywood nur noch selten.

Der Rest war dann, obwohl natürlich immer noch klar war, was passiert, recht kurzweilig zu gucken. Und ich muss zugeben, dass die John Williams Musik zu den Star Wars Filmen einfach immer noch großartig ist. Auch wenn ich mir wünschen würde, dass auch mal ein anderes Instrument als Horn die Melodiestimme spielen darf. Vielleicht hat er Angst, dass man sie sonst nicht hört. Aber die Melodien haben einen hohen Wiedererkennungswert und gerade zum Ende des Films, wenn dann plötzlich der Imperial March, und Luke's und Leia's Theme auftauchen, wird man doch fast ein bisschen wehmütig.
28.7.07 23:14
 



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