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Geschlechtsfindungsprobleme

Unser neues Musical ist Frankenstein, spannende Sache, da es sich praktisch um eine Welturaufführung handel wird (wir werden zeitgleich mit der tryout-Produktion in Wien unsere Premiere haben). Im Prinzip hat das Musical große Ähnlichkeit zu Jekyll&Hyde. Der Vorteil ist, dass wir vieles, was wir für unsere letzte Produktion erarbeitet haben, jetzt wieder nutzen können, der Nachteil ist, dass es vielleicht etwas schwierig wird, sich davon abzusetzen und trotzdem etwas neues auf die Bühne zu bringen. Andererseits liegt Jekyll&Hyde dann bei unserer Frankenstein-Premiere sowieso zwei Jahre zurück und es erinnert sich kaum jemand dran.

So ähnlich, wie es bei Jekyll&Hyde mit Fassade eine Straßenszene gab, gibt es jetzt auch wieder eine. Ingolstadt kommt zwar um einiges fröhlicher und bunter daher als London in der letzten Produktion (zumindest, solange die Cholera noch nicht ausgebrochen ist), aber die Szenen haben schon viel Ähnlichkeit. Unter anderem gibt es diverse Grüppchen von Chorsolisten: Waschfrauen, Damen, Studenten etc. Und drei Studenten waren wohl irgendwie nicht genug und Männer wie immer knapp und schwupps war ich wieder für eine Hosenrolle verpflichtet.

Ich hasse das. Nicht nur, dass ich dann immer am unteren Limit meines Stimmumfangs rumbrummen muss und mich kaum höre, ich habe auch keine Ahnung, wie ich mich als Mann auf der Bühne so bewegen soll. Ich schluffe da immer total unmotivert rum (na gut, nun kann man sagen, dass "unmotiviert herumschluffen" vielleicht genau die richtige Fortbewegungsweise für einen Studenten ist, aber es fühlt sich für mich einfach nicht richtig an).

Warum passiert das immer mir? Ich meine, okay, ich bin relativ groß (obwohl 1,75 m heute ja echt nix besonderes mehr für eine Frau ist) und ich habe eine tiefe Stimme. Eine Altstimme eben. Aber das trifft doch auf mindestens ein Viertel des Chores auch zu. Und ist ja nicht so, dass das nur im Musical-Ensemble passiert. Seit meinen frühesten Kinderballet-Tagen bin ich auf Hosenrollen gebucht. In fast jedem Chor wurde ich irgendwann zur Tenorette abkommandiert. Langsam fühle ich mich wie eine Mißgeburt, ein unbestimmtes Zwitterwesen, bei dem sich Leute alles mögliche vorstellen können, nur eben keine Frau. Warum spiele ich nicht gleich Frankensteins Kreatur?

Ich meine, ich bin bestimmt voreingenommen, aber wenn ich in den Spiegel gucke, dann sehe ich eigentlich ein ziemlich weibliches Wesen vor mir. Hey, ich habe mir sogar die Haare wachsen lassen. Und meine Brüste sind auch nicht mehr so klein, wie sie früher mal waren. Sieht das eigentlich sonst keiner? Warum ist das Erste, was Leuten zu mir einfällt immer: "Hey, aus der können wir einen prima Ersatzmann machen?" Ich bin ein Weibchen, herrgottnochmal. Und ich will doch einfach nur auf der Bühne mal ein Kleid anziehen dürfen.
20.6.07 13:13
 



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