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Alle Maschinen Stopp!

Wusstet ihr, dass die Titanic beinahe schon beim Auslaufen gesunken wäre? Hatte irgendwie etwas mit dem Sog an der Kaimauer zu tun, als dieser Riesenkoloss losgeschleppt wurde. Natürlich war man damals unglaublich erleichtert, als das Schiff sich wieder stabilisierte und seine Jungfernfahrt antreten konnte. Im Nachhinein muss man allerdings sicher sagen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, hätte das Schiff den Hafen nie verlassen. Außerdem brannte schon seit dem Auslaufen der Titanic von der Werft in Belfast unter Deck ein Feuer in einem der Kohlebunker, das man nicht gelöscht bekam. War also schon etwas verquer das Ganze. Hätte natürlich keine Sau interessiert, wenn die Titanic denn unbeschadet in New York angekommen wäre. Da aber diese Sache mit dem Eisberg passiert ist, wird bekommt natürlich im Nachhinein jedes kleine Detail plötzlich eine ganz andere Bedeutung und man landet schnell bei Theorien, dass die Titanic verflucht war, absichtlich versenkt worden ist etc. pp.

Warum erzähle ich das alles? Ganz einfach: unsere Titanic wird nicht auslaufen, zumindest nicht wie geplant am 2. November 2007. Nachdem sich die Anzeichen häuften, dass etwas im Argen liegt, hat unser Captain kurzerhand die Notbremse gezogen und letzten Mittwoch verkündet, dass wir ein anderes Musical auf die Bühne bringen werden. Welches ist noch nicht raus und wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen entscheiden.

Irgendwie hatte ich schon länger das Gefühl, dass dieses Schiff nicht in Fahrt kommt. Die Verträge waren immer noch nicht unterschrieben und sämtliche Vorstöße der einzelnen Komittees, die irgendetwas mit Geld ausgeben zu tun hatten, wurden von Ingo blockiert. Entsprechend hatten wir z.B. noch kein einziges Kostüm genäht oder gekauft. Und das, obwohl wir ja für Titanic explizit fast zwei Jahre Vorlauf eingeplant hatten, damit wir die Drumherum-Arbeiten wie Kostüme, Requisite, Bühnenbau etc. sehr früh angehen können. Das Ensemble hat sich in den letzten Wochen, nach dem Anschiss von Ingo im März, eigentlich sehr gut zusammen gerauft und war größtenteils sehr arbeitswillig. Trotzdem fehlte dem ganzen Projekt die Richtung und ich glaube, das liegt zum Teil daran, dass Ingo schon länger selber nicht mehr an die Machbarkeit der ganzen Sache geglaubt hat. Zumindest fallen mir jetzt im Nachhinein (hindsight is always 20/20) viele Details auf.

Die Frage, die mir jeder, dem ich die Lage erkläre, sofort stellt, ist "Ja, aber schafft ihr es denn in so kurzer Zeit ein komplett neues Stück auf die Beine zu stellen?" Darauf kann ich nur sagen "Keine Ahnung, aber ich glaube schon." Ein Problem bei Titanic war, dass wir es schon sehr lange proben, das Ensemble in der jetzigen Besetzung sich aber erst vor etwa zwei Monaten gefunden hat. Dadurch sind für diejenigen, die schon lange dabei sind, die Stücke schon fast abgenudelt, die Neuen haben aber noch Probleme, ihre Töne auf die Reihe zu kriegen. Das verursacht Probenfrust und verstärkt das Gefühl, dass es nicht voran geht. Bei einem neuen Stück laufen wir halt alle gemeinsam geplant und mit einem gewissen Druck in die gleiche Richtung los. Außerdem ist Titanic für ein Ensemble ein ziemlich harter Brocken.

Ich kann die Entscheidung unseres Captains also verstehen und trage sie überzeugt mit. Wer will schon vor einen Eisberg fahren und anschließend in 2° kaltem Wasser ersaufen? Trotzdem hat es mich recht hart getroffen, so emotional gesehen. Ich war ja schon so in Titanic-Stimmung, dass ich nur ein Bild von dem Schiff sehen musste und spontan in Tränen ausbrechen konnte. Und ich hätte wirklich gerne meine drei Sätze als Eleanor Widener gesagt.
21.5.07 18:39
 



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